FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 19.09.2009:

Neue Turbinen für das Gaskraftwerk der RWE in Lingen – Sander kritisiert „Populismus“

Auf gutes Gelingen stießen nach dem Spatenstich für die neuen Gasturbinen am RWE-Kraftwerk Umweltminister Sander, Oberbürgermeister Pott, Landrat Bröring und Sudhir Mayor (Rolls-Royce) an. Serviert wurde das Ganze von Regina Peters (von links). Foto: Thomas Pertz
Auf gutes Gelingen stießen nach dem Spatenstich für die neuen Gasturbinen am RWE-Kraftwerk Umweltminister Sander, Oberbürgermeister Pott, Landrat Bröring und Sudhir Mayor (Rolls-Royce) an. Serviert wurde das Ganze von Regina Peters (von links). Foto: Thomas Pertz
LT Kreis Emsland
pe Lingen. Die Schaufelkante mit der Fußsohle fest ins Erdreich gedrückt, hoch mit der Schippe und schwupp – schon flog das Ganze vor die Füße der anderen Teilnehmer der Festversammlung: Die beim ersten Spatenstich für die neuen Turbinen des Gaskraftwerkes der RWE in Lingen im Mittelpunkt stehenden Ehrengäste legten sich gestern mächtig ins Zeug, damit das 200-Millionen-Euro-Projekt auch rasch realisiert werden kann.
Über 100 Vertreter aus Wirtschaft, Politik und anderer Verbände waren der Einladung der RWE an die Schüttorfer Straße gefolgt, um zwischen altem und fast fertiggestelltem neuen Gaskraftwerk einem „ersten Spatenstich“ der besonderen Art beizuwohnen. „Wir schlagen heute ein neues Kapitel für den Energiestandort Lingen auf“, ordnete Oberbürgermeister Heiner Pott die mit insgesamt 700 Millionen Euro wohl beispiellose Investitionsentscheidung eines Energiekonzerns in einer Kommune ein. Der Schulterschluss von Stadt Lingen und Landkreis Emsland auf der einen sowie der RWE auf der anderen Seite hätten beiden in der Vergangenheit große Vorteile gebracht, sagte Pott. Dies werde auch in der Zukunft so sein.
Die technischen Details des Austausches der alten Turbinen hatte zuvor der Leiter der RWE-Erdgaskraftwerke Lingen, Nikolaus Valerius, erläutert. Die vier neuen Rolls-Royce-Aggregate mit je 58 Megawatt steigern den Wirkungsgrad der Anlage um zwölf auf 40 Prozent. Davon hat auch die Umwelt etwas, wie der Vorstandsvorsitzende von RWE Power, Dr. Johannes Lambertz, erklärte. So würde bei gleicher Stromproduktion der Ausstoß an Kohlendioxyd um über 45 000 Tonnen pro Jahr reduziert. „Das ist so, als ob Sie 20 000 Mittelklassewagen ein Jahr lang aus dem Verkehr ziehen“, beschrieb Lambertz den Effekt. Er geht davon aus, dass von den insgesamt 200 Millionen Euro etwa 20 Millionen an Aufträgen der hiesigen Wirtschaft zugutekommen.
Dass die neuen Turbinen mit dem klangvollen Namen Rolls-Royce verbunden sind, erfreute Sudhir Mayor, Vizepräsident von Rolls-Royce Energy Systems, natürlich. Das britische Unternehmen fühle sich stolz und geehrt, mit der RWE in diesem wichtigen Projekt zusammenarbeiten zu können, sagte Mayor. Bei dem künftig in Lingen eingesetzten Aggregat handele es sich um die am weitesten entwickelte, aus dem Luftfahrtbereich abgeleitete Gasturbine, die für den industriellen Einsatz heute verfügbar sei.
Umweltminister Hans-Heinrich Sander beglückwünschte die RWE als Investor und die Stadt Lingen sowie den Landkreis Emsland für deren Fähigkeit, ein investitions- und industriefreundliches Klima geschaffen zu haben, das solche Großvorhaben möglich mache. Sander wies darauf hin, dass der Ausbau regenerativer Energien zwingend moderne Gas- und Kohlekraftwerke voraussetze, die eine Versorgungssicherheit bei der Stromproduktion auch dann gewährleisteten, wenn regenerative Energieträger witterungsbedingt weniger Leistung erbrächten.
Vor diesem Hintergrund könne er auch den „Populismus von Politikern im nördlichen Emsland“ nicht verstehen, kritisierte der FDP-Politiker die aktuelle Auseinandersetzung um Dörpen als möglichen Kohlekraftwerksstandort.
Er freue sich, dabei sein zu können, „wenn ein weiteres Stück Energiegeschichte im Emsland geschrieben wird“, sagte Landrat Hermann Bröring. Mit dem klaren Bekenntnis von RWE zur Stadt Lingen und dem Emsland werde der hiesige Energiestandort weiter verfestigt.
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