FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 11.09.2009:

Über 100 junge Leute beim Polit-Talk im „Alten Schlachthof“ in Lingen

Moderiert von Dr. Anne Overesch von der Neuen Osnabrücker Zeitung (links) und Jugendbildungsreferent Johannes Kröger (rechts), standen die Kandidaten für den Wahlkreis Mittelems im Lingener Jugendzentrum jungen Leuten Rede und Antwort.. Außerdem dabei: Ein Jugendrichter und eine Schulsozialarbeiterin. Fotos: Thomas Pertz
Moderiert von Dr. Anne Overesch von der Neuen Osnabrücker Zeitung (links) und Jugendbildungsreferent Johannes Kröger (rechts), standen die Kandidaten für den Wahlkreis Mittelems im Lingener Jugendzentrum jungen Leuten Rede und Antwort.. Außerdem dabei: Ein Jugendrichter und eine Schulsozialarbeiterin. Fotos: Thomas Pertz
LT - Lokales 11.09.2009
pe Lingen. Krawattenträger waren nur auf den Wahlplakaten von SPD und CDU zu sehen. Ansonsten hielten es Dieter Steinecke und Dr. Hermann Kues am Mittwochabend im Jugendzentrum „Alter Schlachthof“ ebenso wie die anderen Bundestagskandidaten im Wahlkreis Mittelems: Lockere Jeanskluft war angesagt, passend zur erwartungsvollen Schar junger Leute, die ihnen gegenübersaßen.
„Mission Zukunft – Deine Stimme zählt“, hieß das Motto der Veranstaltung, zu der Jugendverbände aus den Altkreisen Lingen und Meppen sowie der Grafschaft eingeladen hatten. Auf dem Podium saßen mit Jugendrichter Franz Foppe (Lingen) und Schulsozialarbeiterin Anja Möller (Meppen) zudem Vertreter zweier Berufsgruppen, die aus unterschiedlichen Perspektiven mit jungen Menschen zu tun haben.
Aber interessieren die sich überhaupt für Politik, an einem lauen Mittwochabend, wo man auch in der City „chillen“ oder zu Hause ein Fußballländerspiel gucken kann? Die Antwort war eindeutig: Über 100 Jugendliche füllten den Saal des Jugendzentrums, einige Bänke mussten zusätzlich noch hineingetragen werden.
Moderiert von Dr. Anne Overesch, Redakteurin der Neuen OZ, und Jugendbildungsreferent Johannes Kröger sollte die „Mission Zukunft“ an den „Stationen“ Bildung, Jugendkriminalität, Familienpolitik und Energie haltmachen. Dass zu Letzterem die Zeit nicht mehr reichte, lag am großen Interesse der Jugendlichen an bildungspolitischen Fragen.
„Wir bohren vor und ihr sollt nachpiksen“, leitete Anne Overesch die Diskussionsrunde zu Bildungsfragen ein. Während sich Sozialdemokrat Steinecke für ein längeres gemeinsames Lernen aussprach und es als Skandal bezeichnete, dass jedes Jahr 80 000 junge Menschen ohne Abschluss die Schule verlassen, forderte Norbert Brüggemann (FDP) mehr Chancengleichheit für Jugendliche. Der selbstständige Radio- und Fernsehtechniker mahnte aber auch mehr Eigenverantwortung bei den jungen Leuten an. Sie müssten selbst die Initiative ergreifen, so der Liberale, der über einen Hauptschulabschluss und qualifizierten Realschulabschluss die berufliche Leiter hochgeklettert ist.
Von einem „kaputt gesparten Bildungssystem“ sprach Michael Fuest. Der Kandidat von Bündnis 90/Die Grünen aus Lingen, Gymnasiallehrer in Meppen, kritisierte vor allem die „mangelhaften Förderkonzepte“. Sie führten beim „Turbo-Abitur“ dazu, dass Schüler, die früher ihr Abi gemacht hätten, heute wegen des zu großen Leistungsdrucks die Schule verließen. Der Staat gebe zu wenig Geld für die Bildung aus, forderte Jörg F. Küster eine Umverteilung finanzieller Ressourcen. Das dreigliedrige Schulsystem hielt er für falsch.
„Wir haben die ältesten Studienanfänger in Europa – das kann nicht richtig sein“, entgegnete der CDU-Bundestagsabgeordnete und parlamentarische Staatssekretär Dr. Hermann Kues. Kues sprach sich dafür aus, mehr in die frühkindliche Bildung zu investieren. Schule sei im Übrigen auch ein Ort des sozialen Lernens und der Inte-gration. Hier sei in den letzten Jahren in der Gesellschaft einiges versäumt worden, räumte Kues selbstkritisch ein.
Eine gute Schulsozialarbeit erreicht da viel, wie Sozialarbeiterin Anja Möller von der Johannesschule (Haupt- und Realschule in Meppen) deutlich machte. Sie brach auch eine Lanze für die Hauptschüler: „Sie können was und haben eine Chance verdient.“
Dass fehlende Bildung auch eine Spirale in Gang setzen kann, die ganz nach unten führt, machte Franz Foppe deutlich. „Ohne, ohne, ohne – das lese ich häufig bei Kriminalitätsdelikten in den Akten“, sagte der Jugendrichter: „Ohne Schulabschluss, ohne Berufsausbildung, ohne Perspektiven.“
Während der Diskussion hatten die Jugendlichen die Möglichkeit, schriftliche Fragen zu formulieren (siehe „Fragen und Anmerkungen“). Sie wurden vom Vorsitzenden des Meppener Stadtjugendringes, Tim Liese, vorgetragen. Es waren mehrere Dutzend Fragen, die natürlich nicht alle beantwortet werden konnten. Holger Berentzen, Dekanatsjugendreferent in Lingen, sicherte aber zu, dass diese den Bundestagskandidaten zugestellt werden.
„Warum soll ich wählen gehen?“ hieß eine darunter. Alle fünf Kandidaten hatten eine passende Antwort – und nicht nur die. „Man trägt auch als junger Mensch Verantwortung,: Also: hingehen!“, meinte Richter Foppe.
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