FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 25.06.2009:

Emslandarena ist solide finanziert

LT - Lokales
Lingens OB: Vorhaben wichtig für Menschen in der Region – Gutachterlich umfassend geprüft
Herr Pott, der geplante Neubau der Emsland-Arena an der B214 in Lingen-Laxten sorgt in der Bevölkerung für erheblichen Diskussionsstoff. Wie beurteilen Sie diese Diskussion, und was hören Sie in Ihrem eigenen Umfeld?
Ich nehme einen Unterschied zwischen der veröffentlichten und der öffentlichen Meinung wahr. Ich höre kritische Stimmen, aber die Zahl derer, die dem Bau der Emslandarena zustimmen, wächst mit der zunehmenden Aufklärung über das komplexe Vorhaben. Denn wir sind ja alle zunächst davon ausgegangen, dass sich der Neubau am bisherigen Standort an der Lindenstraße realisieren lässt. Seitdem feststeht, dass es dort aufgrund der Verkehrs- und Lärmproblematik nicht geht, musste ein Umdenkungsprozess stattfinden, ein neuer, geeigneter Standort gefunden werden. Den haben wir an der B 214 in Laxten. Auch im Lingener Stadtrat gab es einen Umdenkungsprozess. Anfangs skeptische Ratsmitglieder stehen nun zu über 90 Prozent hinter der Arena und auch hinter dem neuen Standort.
Kritiker fordern eine Bedarfsanalyse für die Arena. Was sagen Sie ihnen?
Dass wir bereits eine gemacht haben. Wir haben gutachterlich umfassend geprüft, wie es um das Nachfragepotenzial für eine solche Halle bestellt ist, und haben in dieser Analyse auch die Konkurrenzsituation zu Nachbarstädten bzw. die Meinung von Veranstaltern eingeholt. Am Ende stand die Empfehlung des Gutachters für eine Halle mit 3500 Sitzplätzen, die bei Gewinnung eines Hometeams auf 5 000 Plätze aufgestockt werden sollte. Wir werden uns eine Option offenhalten für eine Aufstockung, wenn das in den finanziellen Rahmen passt. Dass es einen Bedarf für eine solche Arena im Emsland gibt, die auch als Kommunikationsplattform für Unternehmen dienen soll, hat im Übrigen der Wirtschaftsverband Emsland bereits in einer Untersuchung vor zwei Jahren festgestellt .

Immer wieder wird die Sorge geäußert, die Stadt treibe mit dem Projekt die Verschuldung weiter in die Höhe. Ist das Vorhaben mit dem sorgsamen Umgang mit Steuergeldern vereinbar?
Eines ist doch völlig klar: Wenn das Projekt nicht solide zu finanzieren wäre, dann hätte es im Lingener Stadtrat niemals ein beinahe einstimmiges Votum für den Bau der Arena gegeben. Wir haben uns einen Rahmen von 25 Millionen Euro gesetzt, den wir einhalten wollen. An diesen 25 Millionen, in denen auch die Kosten für den Lärmschutzwall und die Anlegung der Parkplätze enthalten sind, muss sich auch die endgültige Platzkapazität orientieren. Jeweils fünf Millionen kommen von Land und Landkreis. Über zehn Millionen Euro kommen aus städtischen Mitteln, die wir in den letzten Jahren angespart haben. Außerdem versuchen wir, Sponsoren aus der Wirtschaft für das Vorhaben zu gewinnen. Wenn überhaupt, dann wird nur ein kleiner Teil der Finanzierung über Kredite abgewickelt. Der Arena-Bau wird keinerlei andere Investitionen in Lingen, etwa im Kinder- oder Jugendbereich, beeinträchtigen. Wir haben in Lingen in den letzten Jahren unsere Verschuldung kontinuierlich von 31 auf 24 Millionen Euro zurückgeführt und in den letzten neun Jahren keinerlei neue Schulden gemacht. Stattdessen haben wir sogar neue Vermögenswerte geschaffen.

Nach Fertigstellung der neuen Arena wird es in Lingen zwei Veranstaltungshallen mit unterschiedlichen Nutzungskonzepten geben. Wie hoch ist der Zuschussbedarf für die Hallen?
Eines vorweg: Zwei Hallen hätten wir auch gehabt, wenn sich das Bauvorhaben an der Lindenstraße hätte realisieren lassen. Der jährlichen Zuschuss für die alten Emslandhallen beläuft sich auf rund 400 000 Euro, für beide zusammen werden es gut 900 000 Euro sein. Zum Vergleich: Das Linus-Bad in Lingen kostet die Stadt einen jährlichen Zuschuss von 2,2 Millionen Euro.

Welche baulichen Ausmaße hat das Projekt?
Die neue Arena wird 90 mal 100 Meter groß sein, bei einer Höhe von 20 Metern. Die Parkpalette ist bei einer Höhe von acht Metern 200 Meter lang. Das Ganze müssen wir architektonisch ansprechend lösen.
Wie sollen verkehrliche Probleme gelöst werden, damit es nicht zu Rückstaus auf der Umgehungsstraße bzw. der B 214 kommt?
Der Verkehrsgutachter hat uns gesagt, dass dies zu regeln ist. Wir müssen dies im Einzelnen natürlich noch ausformulieren. Dazu gehören Abbiegespuren und Ampelschaltungen. Die Kernaussage ist aber: Es geht an dieser Stelle.

Es wird immer wieder kolportiert, dass nach Ansiedlung der Hedon-Klinik 1994 ein Ansiedlungswunsch eines größeren Autounternehmens auf dem Areal gegenüber aus lärmtechnischen Gründen abgelehnt worden sei . . .
Dazu kann ich nur sagen, dass es in den letzten knapp zehn Jahren eine Anfrage eines Autohauses gegeben hat. Der Investor favorisierte später ein Grundstück an der Rheiner Straße und siedelte am Ende zum Autobahnkreuz nach Lohne um. Der Lärmschutz hat dabei keine Rolle gespielt.

Kritiker des Lingener Projektes verweisen darauf, dass der Stadt Osnabrück das Geld für einen Arenaneubau fehlt. Übernimmt sich die Stadt Lingen bei dem Vorhaben?
Auf keinen Fall. Wie ich eben schon ausführte, ist das Projekt solide finanziert. Zu Osnabrück muss man wissen, dass die Pläne der Stadt Osnabrück zum Neubau einer Arena den Verkauf der alten Stadthalle an die Fachhochschule zur Voraussetzung hatten. Dieser Verkauf kam aber nicht zustande.

Macht es Sinn, ein weiteres Lärmgutachten einzuholen, um die Kritiker zu überzeugen, dass ein Ausbau der Emslandhallen nicht möglich ist?
Nein, das macht nach meiner Auffassung überhaupt keinen Sinn und wäre in der Tat eine Verschwendung von Steuergeldern. Das Ingenieurbüro Zech ist eine staatlich anerkannte Messstelle mit hervorragenden Reverenzen und genießt unser volles Vertrauen.

Wie wird es zeitlich weitergehen, wann lädt die Stadt Lingen zur Bürgerversammlung über die Emslandarena ein?
Das wird Ende August/Anfang September sein. Dann werden wir das Vorhaben Emslandarena den Bürgern noch einmal mit allen Details vorstellen.

Auch wenn der Neubau der Emslandarena von fast allen Lingener Parteien getragen wird, stehen in erster Linie Sie im Zentrum der öffentlichen Kritik. Wie gehen Sie damit um?
Dass es unterschiedliche Auffassungen zu solch einem wichtigen Investitionsprojekt gibt, ist doch ganz klar. Und wenn die Kritik sachbezogen ist, kann ich auch damit umgehen. Glauben Sie mir: Mir wäre es auch am liebsten gewesen, wir hätten das Projekt am alten Standort realisieren können. Aber wenn es an dieser Stelle nicht geht, dann kann ich als Oberbürgermeister nicht einfach den Kopf in den Sand stecken, um jeglichem Konflikt aus dem Wege zu gehen. Es ist meine Aufgabe als Oberbürgermeister, das Beste für die Stadt Lingen zu erreichen. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese neue Arena wichtig ist für uns. Wichtig nicht bloß für kommende Fachkräfte, sondern für jeden Einzelnen, für junge wie für ältere Menschen, die in dieser Region wohnen.
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