FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 10.06.2009:

Ausweitung der Fußgängerzone?

LT
Verkehrskonzept vorgestellt: Schleichverkehr in der Lingener Innenstadt soll eingedämmt werden

Verkehrskonzept der Verwaltung, dass die Ratsausschüsse zum zweiten Mal weitgehend vertagt haben
Verkehrskonzept der Verwaltung, dass die Ratsausschüsse zum zweiten Mal weitgehend vertagt haben
vb Lingen. Teile der Kivelingstraße am Kopf der Großen Straße sollen zur Fußgängerzone, die Straßen „Am Pulverturm“ und „Zum Neuen Hafen“ weiter verkehrsberuhigt und durch weitere Maßnahmen der sogenannte „Schleichverkehr“ in der Lingener Innenstadt eingedämmt werden.
So lauteten zumindest die Vorschläge der Verwaltung in der jüngsten Sitzung des städtischen Planungs- und Bau- sowie des Verkehrsausschusses. Ein – zudem modifizierter – Beschluss fiel nur zum Thema „Zum Neuen Hafen“. Alle weiteren Tagesordnungspunkte wurden vertagt. „Es besteht offensichtlich noch konkreter Diskussionsbedarf“, betonte Ratsfrau Renate Seiler im Namen der CDU-Mehrheitsfraktion.
Doch von Anfang an: Grundlage für die von der Bauverwaltung der Stadt vorgestellten Maßnahmen ist der geplante Bau eines großen Geschäftshauses in der Kivelingstraße am Kopf der Großen Straße durch den Lingener Kaufmann Andreas Huesmann (wir berichteten). „Dazu wollen wir mit der Ausweisung zur Fußgängerzone die Aufenthaltsqualität an dieser Stelle erhöhen und diese Investition städtebaulich unterstützen“, betonte Peter Krämer, Leiter des Lingener Planungsamtes.
Sich daraus ergebende Änderungen im Verkehrsfluss sollen laut Stadtbaurat Georg Lisiecki genutzt werden, um durch „weitere Maßnahmen den Schleichverkehr in der Lingener Innenstadt einzudämmen. Wir halten die Hereinnahme dieser Fläche in die Fußgängerzone für wichtiger als weiter diesen Durchgangsverkehr zuzulassen.“ So habe eine in der Sitzung vorgestellte Verkehrszählung im Sommer 2008 ergeben, dass viele Autofahrer die teils kleinen Straßen in der zentralen Innenstadt nutzen, um laut Lisiecki „vermeintlich schneller die Stadt zu durchqueren anstatt den inneren Ring aus Bernd-Rosemeyer-Straße, Wilhelmstraße und Konrad-Adenauer-Ring zu nutzen.“
Zudem soll laut Krämer die Sicherheit der Nutzer des neuen Innenstadtspielplatzes erhöht und dafür die Straße „Am Pulverturm“ u.a. durch Ausweisung „20 km/h“ verkehrsberuhigt werden. „Ich kann eine Notwendigkeit zur Entzerrung in diesem Bereich nicht erkennen. Man muss sich nur überlegen, ob die Zugänge zum Spielplatz richtig sind“, lehnte FDP-Ratsherr Jens Beeck diesen Verwaltungsvorschlag ab, und SPD-Fraktionschef Hajo Wiedorn erinnerte daran, dass diese Straße früher einmal als Fahrradstraße vorgesehen war. Zudem mahnte CDU-Ratsherr Bernd Teschke grundsätzlich an, nicht noch eine weitere Geschwindigkeitsbegrenzung in der Innenstadt festzulegen: „Wir sollten der Übersichtlichkeit halber generell bei 20 km/h oder 30 km/h bleiben.“ Dieser Meinung schlossen sich auch Ratsmitglieder anderer Parteien an. Punkt vertagt.
Bis hin zur grundsätzlichen Diskussion der Sinnhaftigkeit einer Fußgängerzone bis in die Kivelingstraße hinein entspann sich die Debatte um die verkehrlichen Auswirkungen dieser Maßnahme. So ist es laut Beeck nicht praktikabel, hier eine Fußgängerzone auszuweisen, die per Rad befahrbar sein soll, in der aber generell 7 km/h gilt: „Das sind Anordnungen, die dazu führen, dass sich irgendwann keiner mehr an irgendetwas hält.“ Und der fraktionslose Ratsherr Robert Koop forderte von der Verwaltung „einmal etwas andere als immer nur alt hergebrachte Konzepte“ ein: „Das ist alles noch nicht ausgereift.“ Punkt samt aller darauf basierenden vertagt.
Ein Beschluss fiel aber, und der einstimmig: Anders als von der Verwaltung vorgeschlagen soll es in der Straße „Zum Neuen Hafen“ zwar bei 30 km/h bleiben, allerdings soll im Bereich des Parkplatzes Schlachterstraße eine Querungshilfe für Fußgänger gebaut und dadurch das Tempo vermindert werden.
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