FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 16.03.2009:

(Andere) Die Lingener SPD

Lingener Tagespost - Lokales
Baccumer SPD will eigene Wege gehen - SPD Vorstandswahlen verschoben
bm Lingen. 28 von insgesamt 193 Mitgliedern des SPD-Ortsvereins Lingen waren am Samstagnachmittag ins Rathaus gekommen, um unter anderem einen neuen Vorstand zu wählen – ging aber nicht: Nur fünf der zehn Vorstandsmitglieder waren gekommen, und bereits vorher hatten sechs oder sieben Vorstände dem 1. Vorsitzenden Dr. Thomas Stockmann mitgeteilt, nicht wieder kandidieren zu wollen.
Dem folgenden Antrag von Beisitzer Hajo Wiedorn, auch SPD-Fraktionschef im Rat der Stadt Lingen, und Beisitzer Jörn Laue-Weltring, die Vorstandswahlen von der Tagesordnung zu nehmen, wurde mehrheitlich entsprochen.
Die zweite Panne folgte auf dem Fuße: Stockmann musste wegen Ermangelung technischer Ausstattung im Ratssitzungssaal einen Vortrag von Prof. Dr. Thomas Steinkamp, Leiter Department für Kommunikation und Gesellschaft an der Fachhochschule Osnabrück, Standort Lingen, von der Tagesordnung streichen, worauf der Wissenschaftler seine Tasche packte und die SPD-Mitgliederversammlung verließ.
Was dann folgte, lässt sich nur noch schwer in Worte fassen. Nachdem der Vorsitzende der Versammlung mitgeteilt hatte, dass sich der Ortsverband Baccum aus dem Ortsverein Lingen abspalten wolle, um einen eigenen Ortsverein zu gründen, läutete Wiedorn mit seinem Wortbeitrag eine Diskussion ein, die es nicht nur an Sachlichkeit vermissen ließ, sondern in Attacken gegen einzelne SPD-Mitglieder mündete.
Wiedorn: „Ich kann nur dringend davon abraten, einen eigenen Ortsverein zu gründen und damit den SPD-Ortsverein Lingen zu zersplittern – ich höre schon jetzt bei unseren politischen Gegnern die Sektkorken knallen.“ Begründet sei diese Entscheidung der Baccumer unter anderem mit dem Argument, „dass ich ein so schlimmer Mensch sein soll, mit dem man nicht zusammenarbeiten kann. Wenn meine Arbeit als Fraktionsvorsitzender in den vergangenen 20 Jahren so schlecht gewesen sein soll, dann sucht euch einen anderen“, wetterte der Sozialdemokrat.
Seitens der Baccumer SPD erwiderte dazu Werner Knabe, dass diese Argumentation einmal mehr „ein Schuss unter die Gürtellinie“ gewesen sei. „Meine Tochter hat sich unter anderem von Lingener Sozialdemokraten fragen lassen müssen, ob sie auch der Baccumer Mafia angehört“, entrüstete sich Knabe und ergänzte sinngemäß, dass es weit bis in den Abend dauern würde, um alle Punkte aufzuzählen, warum die Baccumer einen eigenen Weg gehen wollen. Knabe: „Wir sind selbstbewusst genug, um diesen Schritt zu wagen.“
„Eine Zersplitterung bringt doch nichts“, meinte dazu händeringend Heinz Willigmann. „Wir müssen doch endlich über unsere Probleme, die wir miteinander haben, reden und nicht aus der Dunkelkammer heraus aufeinander schießen und keiner weiß, woher der Schuss kommt.“
Dem konnte auch Laue-Weltring nur beipflichten: „Heinz hat recht, und wir müssen wieder ehrlich aufeinander zugehen, um eine aktive und attraktive Stadtpolitik zu betreiben.“
Ein neuer Vorstand soll in den nächsten Wochen gewählt werden.

Kommentar der Redaktion:

Es stimmt nur traurig
Von Burkhard Müller
Die Lingener SPD steht an einer Weggabel: Wenn diese unsäglichen und völlig überflüssigen Personalquerelen, nach dem Motto: Freund – Feind – Parteifreund, nicht endlich verstummen, werden die Sozialdemokraten bald niemanden mehr haben, der ihre Sache vertritt.
Es ist beschämend und macht gleichzeitig traurig, mit ansehen zu müssen, wie erwachsene Menschen aufeinanderlosgehen und dann noch den Anspruch erheben, für die Probleme ihrer Wählerinnen und Wähler da zu sein. Die Lingener Sozialdemokraten sind zurzeit viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt, um ein offenes Ohr für die Belange der Lingenerinnen und Lingener zu haben.
Da müssen sie sich auch nicht wundern, dass die Baccumer nun die Nase voll haben und jetzt ihren Weg suchen – und, wie man hört, werden es nicht die Einzigen bleiben.
Lingen hätte eine starke Opposition verdient, um der Mehrheit im Rat auch mal Paroli bieten zu können. Davor muss die CDU aber noch keine Angst haben: Die tüchtigsten Wahlhelfer der Christdemokraten sitzen in den Reihen der SPD.

burkhard.mueller@ Lingener-tagespost.de
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