FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 14.03.2009:

(Beeck:) "Gutachtenwut nicht zu rechtfertigen"

Lingener Tagespost - Lokales
bm Lingen. „Ich halte diese Planungen für völlig überflüssig, und wenn man schon 35 000 Euro in die Hand nehmen will, um Kindern und Jugendlichen etwas Gutes zu tun, dann ist das Geld auf den Spielplätzen in der Friedlandsiedlung erheblich besser aufgehoben.“
Aber nicht nur der Freidemokrat Jens Beeck war aufgebracht über einen Vorschlag der Verwaltung im Rahmen der Planungs- und Bauausschusssitzung, gemeinsam mit dem Planungsbüro „Stadt-Kinder“ aus Dortmund eine Spielleitplanung für Lingen durchzuführen. Kosten dieser Spielleitplanung: 35 000 Euro.
Insgesamt stieß dieser Vorschlag, allerdings nur in den Reihen der Oppositionsparteien, auf scharfen Gegenwind. Beeck weiter: „Es gibt in den vergangenen 12 bis 18 Monaten eine Gutachtenwut durch externe Experten, die nicht mehr zu rechtfertigen ist. Es hat in der Stadt intensive Begehungen mit dem KiJuPa (Kinder- und Jugendparlament) gegeben, und auch in den Ortsräten oder Stadtteilen sind die Spielplätze auf einem hohen Niveau.“ Außerdem hätten Realität und planerische Entscheidung nur wenig miteinander zu tun.
Auch Heinz Willigmann, SPD, meinte, dass man Kinder „nicht in Zwangsjacken“ stecken dürfe. „Man sollte ihnen lieber einen Spaten in die Hand geben und nicht das Geld dafür verwenden, den Mädchen und Jungen fertige Rutschbahnen oder Sandkästen zu präsentieren.“
Auch wenn die CDU letztendlich den Beschlussvorschlag der Verwaltung mittrug, so war die Argumentation für eine solche Spielleitplanung recht dürftig.
Allen voran Dr. Karl-Heinz Vehring, der die Argumentation des Liberalen Beeck „gut nachvollziehen“ konnte. „35 000 Euro sind eine hohe Summe, und ich möchte darum bitten, dass auch schon bestehende Beachvolleyballfelder und Skaterbahnen mit in die Untersuchung aufgenommen werden.“
Renate Seiler, CDU, betonte, dass man sich zum Beispiel in Bramsche bei Kinderspielplätzen mit den Nachbarn unterhalte.

Kommentar der Redaktion zum Thema:

Zu viel Geld in der Stadt?
Von Burkhard Müller
Und recht haben sie, die Oppositionsparteien im Planungs- und Bauausschuss der Stadt Lingen: 35 000 Euro für eine Spielleitplanung sind durch nichts zu rechtfertigen.
Seit vielen Jahren haben sich nicht nur Ortsräte und Stadtteilvertreter, Reholand und die Polizei und nicht zuletzt die Stadt Lingen der Spielplätze in der Stadt und seinen Ortsteilen angenommen.
Alleine der Aufwand, den die Stadt in den letzten Jahren betrieben hat, war nicht nur teuer, sondern müsste reihenweise Aktenschränke füllen.
Gut mag man sagen, was sind für eine Stadt wie Lingen 35 000 Euro – sicherlich nicht viel Geld. Viel Geld aber ist es zum Beispiel für das Frauen - und Kinderschutzhaus; viel Geld ist es für die Spielplätze in der Friedlandsiedlung; viel Geld ist es für den Abenteuerspielplatz in der Von-Stülpnagel-Straße und, last but not least, ist es auch gut angelegt beim Kinderschutzbund, der sich jeden Cent mühsam zusammenbetteln muss.
Wenn die Stadt Lingen also für ihre Kinder Geld ausgeben möchte, dann ist es bei den genannten Institutionen erheblich besser angelegt als auf einem Stück Papier, dessen Nachhaltigkeit in ein paar Jahren sowieso nur noch gegen null tendiert.
In Frankfurt-Mitte wäre ein solcher Leitfaden möglicherweise hilfreich – in Lingen nicht, weil die Stadt in Sachen Kinderspielplätze bereits federführend ist.

burkhard.mueller@ lingener-tagespost.de
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