FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 18.02.2009:

weitere Leserbriefe zum Logistikzentrum Altenlingen

Bürgerfragestunde im Stadtrat war eine Farce
Betr.: „Hagedorn doch nicht in Altenlingen – Mehrheit des Stadtrates beschloss Erweiterung des Logistikzentrums“ (Lingener Tagespost vom 13. Februar).
„Am Donnerstag, 12. Februar, war ich wie etliche andere politikinteressierte Lingener Bürger Teilnehmer der öffentlichen Stadtratssitzung mit integrierter Bürgerfragestunde.
Ich muss feststellen, dass mein Politikinteresse wieder einmal um einige Grade gesunken ist. Ich habe einen Oberbürgermeister erlebt, der gedanklich nicht bei der Sache war {. . .} Was sich Bürgerfragestunde nannte, war für mich eine Farce. Auf korrekt formulierte Fragen wurde nur mit ‚ja‘, ‚nein‘ oder ‚das entzieht sich meiner Kenntnis‘ geantwortet. Fragen des Rechtsanwaltes Klein wurden regelrecht ‚abgebügelt‘. Es wurde nicht beantwortet, auch nicht vom anwesenden Ressortleiter, wer die Anordnung gab, schon vor der Ratssitzung eine Rodungsmaschine vor Ort in Stellung zu bringen. Ein Team der filmenden Presse wurde des Saales verwiesen. Auf Einwand einer Ratsfrau, dass in Kreistagssitzungen durchaus gefilmt würde, hieß es, hier aber nicht.
Dass etliche Zuhörer unter Protest den Saal verließen, kann ich gut verstehen. Auch ich war kurz davor. Dass Lingen auch weiterhin auf die Ansiedlung leistungsfähiger Firmen angewiesen ist, steht ohne Frage. Die Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen hat oberste Priorität. Das verstehen und unterstützen sicherlich auch die meisten der direkt betroffenen Bürger.
Was sie nicht verstehen, ist, dass Politik so über ihre Köpfe betrieben werden muss. Es ist das Recht eines jeden Bürgers, von Anfang an in so gravierende Projektplanungen umfassend eingebunden zu werden. Nach meiner Auffassung hat sich der Oberbürgermeister mit dieser Aktion nicht für ‚höhere Weihen‘ empfohlen.“
Günter Helle, Zedernweg, Lingen


Zum Thema Erweiterung des Logistikzentrums in Altenlingen heißt es hier:
„Die scheibchenweise Beschlussfassung über Nordtangente und Gewerbegebiet sollte von Anbeginn vom wahren Ziel der Verwaltung ablenken. Ein Gesamtkonzept für ein großes, neues Gewerbegebiet im Altenlingener Forst wäre kaum gegen den Widerstand der Bürger durchsetzbar gewesen.
Also verkaufte man uns erst nur eine Entlastungsstraße. Nicht eine neue Abfahrt von der B 70 in Höhe des Logistikzentrums wird gebaut, nein, eine bis vor kurzem noch völlig unverständliche Trassenführung wurde da beschlossen. Ein Trojanisches Pferd, wie sich schnell herausstellte!
So wurde schon hier mit Begrifflichkeiten jongliert, die den Bürger bewusst von den eigentlichen Tatsachen ablenken sollen. Denn die Entlastungsstraße ist eine Grenzstraße! Markiert sie doch die Grenzen eines zukünftigen, neuen Gewerbegebietes! Davon wird uns aber nichts gesagt. Doch Widerstand gegen die Trassenführung ist zwecklos, da bereits beschlossen und vom Bürger zähneknirschend akzeptiert. Einspruchsfristen sind wahrscheinlich längst abgelaufen.
Wenn überhaupt, dann wurde bis dahin nur von einer Erweiterung des bestehenden Logistikzentrums gesprochen. Und jetzt entpuppt sich diese Erweiterung als ein neues Gewerbegebiet, dem schon im ersten Schritt fast der gesamte Wald zwischen B 70 und Waldstraße geopfert werden soll! Jetzt macht der große Bogen von der Abfahrt Altenlingen plötzlich Sinn. Aber der große Abstand parallel zur Raffinerie?
Als nächstes Scheibchen hören wir von der Ansiedlung von Hagedorn Plastik. Etwa einem Logistikunternehmen?? Jetzt überrascht uns Pott mit einem möglichen Rückzieher von Hagedorn, da diese über ein Gesamtkonzept nachdächten. Was doch wohl nur bedeuten kann, dass man auch bei Hagedorn dem lang gehegten Wunsch der Stadt folgend, aber auch den Befürchtungen der Altenlingener Bevölkerung entsprechend, über die Auslagerung des Werkes Schepsdorf in das neue Gewerbegebiet nachgedacht hat
Der nächste Schritt, über den man natürlich ebenfalls noch nicht spricht, wird darin bestehen, dass der sogenannte Schutzwald zwischen Entlastungsstraße und Raffinerie komplett zum Gewerbegebiet umgewidmet werden wird. Deutliches Indiz dafür ist eine neue Gewerbe-Teilfläche, die sich auf dem Planungsbild der Stadt so unverfänglich „Verwaltung“ nennt, sich bereits im Schutzwald befindet und genau an dieser Grenzstraße liegt. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.
Nur so und nicht anders macht das Ganze wirklich Sinn! Ob man die Vorgehensweise der Verantwortlichen nun als vorausschauende Weitsicht loben oder als bewusste Verdummung der Bürger tadeln sollte, muss jeder für sich selbst entscheiden.“
Joachim Reul, Heuberge, Lingen
Druckversion Druckversion 
Suche

Jens Beeck - Unser Abgeordneter in Berlin


FREI-BRIEF

Mitglied werden