FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 13.02.2009:

Mehrheit des Stadtrates beschloss gestern Abend Erweiterung des Logistikzentrums

pe Lingen. Mit 27 Jastimmen bei neun Neinstimmen und zwei Enthaltungen hat der Lingener Stadtrat gestern Abend für die südliche Erweiterung des Logistikzentrums in Altenlingen und damit auch für die Abholzung von rund 33 Hektar Wald gestimmt. Offen ist aber inzwischen, ob die Firma Hagedorn dort tatsächlich eine weitere Produktionsstätte errichten wird.
pe Lingen. Das öffentliche Interesse an der Ratssitzung war sehr groß. Bis die Entscheidung kurz nach 19 Uhr nach rund dreistündiger, kontroverser Debatte fiel, hatten betroffene Anwohner die Möglichkeit der Fragestunde intensiv genutzt, um ihre Sorgen, Kritik und Befürchtungen zum Ausdruck zu bringen.
Zuvor hatte Lingens Oberbürgermeister Heiner Pott von einem Gespräch mit Hagedorn berichtet, dass in dem erweiterten Logistikzentrum eine Kunststoffunternehmen seine Arbeit aufnehmen möchte. Das Unternehmen habe versichert, dass am möglichen Standort in Altenlingen keine Nitrocellulose verarbeitet werden solle, sagte Pott.
Damit sind Befürchtungen in Altenlingen, Hagedorn werde auch die Betriebsstätte in Schepsdorf mit seiner Nitrocelluloseproduktion ins erweiterte Logistikzentrum verlegen, vom Tisch. Pott wies außerdem auf weitere Überlegungen des Unternehmens hin, neue Produktionslinien einzurichten, für die möglicherweise der Standort Altenlingen gar nicht der Richtige sei.
Dies änderte allerdings nichts am Satzungsbeschluss, mit dem die Rodung der Bäume – wahrscheinlich in der nächsten Woche – offenbar unvermeidlich wird. Mit großer Leidenschaft hatten betroffene Anlieger wie der Sprecher der Bürgerinitiative „Pro Altenlingener Forst“, Gerhard Schultz, für den Erhalt des Waldes und für Betriebsansiedlungen in bestehende Areale im Indus-triepark Süd plädiert. Pott begründete die Maßnahme mit der Notwendigkeit der Schaffung weiterer Arbeitsplätze. Der Eingriff in die Natur sei gravierend, werde aber ausgeglichen.
In der Ratssitzung geäußerte Vermutungen des Rechtsanwaltes Georg Klein, wonach bereits heute in der Früh mit dem Fällen der Bäume in Altenlingen begonnen werde, dementierte der Oberbürgermeister. Er betonte außerdem, „dass nicht vorgesehen ist, über den jetzt beschlossenen Rahmen hinaus in Altenlingen nach Süden hin eine weitere gewerbliche Entwicklung zu betreiben.“
CDU-Fraktionsvorsitzender Werner Schlarmann erklärte, dass die Ansiedlung von Betrieben Arbeits- und Ausbildungsplätze schaffe. Der erhebliche Eingriff in die Natur werde durch Kompensation ausgeglichen.
SPD-Fraktionsvorsitzender Hajo Wiedorn kritisierte die Eile des Verfahrens. Auch habe das Forstamt Ankum in seiner Stellungnahme erhebliche Kritik an der Art und Weise geübt, wie die Stadt Lingen den Waldflächenverbrauch ausgleichen wolle. Wiedorn verhehlte nicht, dass es in seiner Fraktion keine einheitliche Meinung zum Thema gebe. Mehrheitlich lehnte die SPD die Erweiterung des Logistikzentrums ab, mit Ausnahme von Edeltraut Graeßner, Heinz Willigmann und Herbert Jäger.
Nicht durchsetzen konnte sich FDP-Ratsherr JensBeeck mit seinem Antrag, die Waldflächen im südlichen Teil des Waldgebietes unberührt zu lassen. Die Grünen erneuerten ihre Kritik an den Plänen. Weder die Nordtangente noch die Gewerbeflächen an dieser Stelle seien notwendig.
Es sei falsch, wenn man mit der Angst vor Arbeitslosigkeit Politik mache und die Scheinalternative aufstelle: Arbeitsplatz oder Wald, meinte der fraktionslose Ratsherr Robert Koop.
Koop forderte eine namentliche Abstimmung über den Satzungsbeschluss und mutmaßte gleichzeitig, dass die drei CDU-Ratsherren Michael Koop (Altenlingen), Dr. Karl-Heinz Vehring (Heukamps Tannen) und Reinhold Diekamp (bei der Raffinerie beschäftigt) absichtlich der Ratssitzung ferngeblieben seien. CDU-Fraktionschef Schlarmann wies dies als Unterstellung zurück.
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