FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 12.02.2009:

Wald oder Gewerbe - Entscheidung heute im Rat

pe Lingen. Heinz Willigmann brachte das Dilemma der Mitglieder des Planungs- und Bauausschusses der Stadt Lingen auf den Punkt. „Zu 60 Prozent stimme ich dafür, zu 40 Prozent dagegen“, meinte der Sozialdemokrat nach der Vorstellung der Planungen zur südlichen Erweiterung desLogistikzentrums an der Raffinerie.
Am Ende der kontroversen Debatte, an der auch zahlreiche Zuhörer im Ratssitzungssaal teilnahmen, stimmte die SPD ebenso zu wie CDU und FDP. Die Grünen stimmten dagegen. Im Falle eines Stimmrechts hätte auch der fraktionslose Ratsherr Robert Koop dagegen votiert. Das letzte Wort hat der Stadtrat am heutigen Donnerstag um 16 Uhr.
Die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Stadt auf der einen und eine rund 33 Hektar große Waldfläche auf der anderen Seite: Zwischen diesen beiden Polen bewegte sich die Diskussion im Saal.
Zuvor hatte Peter Krämer, Leiter des Fachbereichs Planung, Einzelheiten zum „Bebauungsplan Nr. 20“ vorgestellt, der die Schaffung von gewerblichen Bauflächen zwischen der neuen Nordtangente, der Waldstraße und der Straße Im Brooke sowie der angrenzenden Bahnlinie vorsieht. Bereits rechtskräftig ist der „Bebauungsplan Nr. 19“, der die Verlegung der Raffineriestraße durch den Altenlingener Forst zum Gegenstand hatte.
Falls der Rat heute die Planungen verabschiedet, werden nach Angaben von Helmut Höke, Leiter der Wirtschaftsförderung, Ende Februar/Anfang März die Rodungen eines Teils der Waldfläche beginnen.
Nach einer Sitzungsunterbrechung hatten die Zuhörer Gelegenheit, Stellung zu nehmen. Sie forderten nachdrücklich die Erhaltung des Waldes, der auch als Lärmschutz zwischen Raffinerie und Wohnbebauung unverzichtbar sei. Außerdem wurden Befürchtungen geäußert, die Firma Hagedorn werde ihren Betriebsstandort komplett nach Altenlingen verlegen. Stadtbaurat Georg Lisiecki versuchte diese Sorgen mit dem Hinweis auf extrem hohe Kosten zu zerstreuen, die in einem solchen Falle auf das Unternehmen zukämen.
Für die CDU erklärte Stefan Heskamp, dass er das Anliegen der Anwohner, den Wald zu erhalten, verstehen könne. „Wir haben aber auch eine Verpflichtung der Stadt als Ganzes gegenüber“, beschrieb Heskamp den Spagat zwischen der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Erhaltung der Natur. Zur Sicherung der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt halte die CDU die Abholzung des Waldes in Altenlingen für vertretbar.
SPD-Fraktionsvorsitzender Hajo Wiedorn kritisierte die Eile, mit der der Bebauungsplan verabschiedet werde. Sein Antrag auf Vertagung fand aber keine Mehrheit im Ausschuss. Die Grünen sprachen sich gegen die Planungen aus. Die Stadt habe genügend andere Gewerbe- und Industrieflächen, sagte Birgit Kemmer.
FDP-Ratsherr Jens Beeck kündigte für die heutige Sitzung des Stadtrates mehrere Änderungsanträge seiner Fraktion an.
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