FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 17.12.2008:

Stadt Lingen weist in großem Rahmen neue Flächen aus – Wald muss stellenweise weichen

LT
vb Lingen. Weitere Gewerbe- und Industrieflächen in erheblichem Ausmaß nehmen in der Stadt Lingen immer konkretere Gestalt an: Beschlüsse zu einer Erweiterung im Industriegebiet Süd sowie im Bereich des Logistikzentrums an der Erdölraffinerie im Norden der Stadt sind jetzt im Planungs- und Bauausschuss (PBA) gefasst worden.
So soll an der Raffinerie das Baugebiet „Logistikzentrum“ nach Süden hin um 32,68 Hektar erweitert werden (blaue Fläche in der Mitte). Bei einer Gegenstimme von Birgit Kemmer (Bündnis 90/Die Grünen) fasste der PBA die dafür notwendigen Aufstellungs- und Auslegungsbeschlüsse. Betroffen von der Erweiterung ist eine knapp 33 Hektar große Kiefernwaldfläche, die im kommenden Frühjahr abgeholzt werden soll. Abzüglich der für die Erschließung notwendigen Flächen entstehen hier netto 25,26 Hektar neue Industrieflächen, die laut Stadtbaurat Georg Lisiecki „sehr flexibel aufgeteilt werden können“. Interessenten gibt es laut Planungsfachbereichsleiter Peter Krämer „schon einige“. Dem Vernehmen nach soll u.a. ein an anderer Stelle in Lingen bereits ansässiges Industrieunternehmen Teile seiner Produktion in dieses Gebiet verlagern sowie ein Ingenieurzentrum entstehen. Auf einer an dieses Gebiet westlich anschließenden 26,35 Hektar großen Fläche könnte mittelfristig zudem die Verwaltung und die Werksfeuerwehr der BP-Raffinerie angesiedelt werden (blaue Fläche links). Im Zusammenhang mit diesen Planungen und Sicherheitsbedenken der Raffinerie steht auch das Vorhaben, im Norden der Stadt eine neue Ost-West-Straße (die gelb eingezeichnete „Nordtangente“) zu bauen. Nördlich der Erweiterungsfläche befindet sich zudem das bereits größtenteils realisierte Lo-gistikzentrum (rote Fläche).
Probleme ergeben sich dabei bei den hierfür notwendigen Ersatzmaßnahmen – die Aufforstungs- und Suksessionsflächen liegen teilweise über das ganze Altkreisgebiet verstreut. „Uns stehen momentan einfach keine anderen Flächen zur Verfügung“, betonte der Stadtbaurat.
„Das ist keine gute Entwicklung für die Stadt, wenn diese Flächen für Gewerbe- und Industrieerweiterungen genutzt werden. Gut ist das nur, wenn man die Ökologie komplett ausklammert“, kritisierte der fraktionslose (und in diesem Ausschuss nicht stimmberechtigte) Ratsherr Robert Koop. Es sei eine „grundsätzlich falsche Entscheidung, mit der Raffinerie weiter nach Süden zu gehen“.
Um eine weitere rund 6,5 Hektar große Fläche rund um die Firma Rosen, ein weltweit u.a. in der Pipelineinspektion tätiges Unternehmen, ging es im Industriegebiet Lingen-Süd. Durch die Ausweisung dieser Industriefläche soll diesem Unternehmen die Chance auf weitere Entwicklung gegeben und damit laut Lisiecki „Standortsicherung“ betrieben werden. Der Feststellungsbeschluss wurde einstimmig gefasst.
Eine weitere Gewerbefläche, zu der allerdings keine aktuellen Beschlüsse gefasst wurden, die mittelfristig aber entwickelt werden soll, ist zudem die Erweiterung des Gewerbegebietes Ochsenbruch/Schillerstraße (rechte blaue Fläche) – hier geht es nochmals um rund 65 Hektar.
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