FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 14.10.2008:

19 Architekten bauten in einer Straße

LT vom 14.10.2008
Von Burkhard Müller (Text und Fotos) Lingen/Emden/Leer/Am-sterdam/Almere. Die Vielfalt der Eindrücke war immens: Vom „Hochhaus“ mit rund 200 verdichteten Wohneinheiten mitten in der Stadt bis hin zur kleinen Doppelhaushälfte an einer der unzähligen Grachten oder Stichkanäle.
Das Gleiche galt für Architektur und Farbe in Amsterdam und ihrer „Schlafstadt“ Almere. Neben Häusern im Plattenbaustil und ganz in grau gab es Viertel, in denen nur die Häuserbreite vorgeschrieben war, und alles andere war dem Bauherrn und seinem Architekten überlassen: Was geht oder auch nicht,wurde in diesen beiden Städten den Mitgliedern des Lingener Planungs- und Bauausschusses (PBA) deutlich demonstriert.
Ein Beispiel: Die Java-Insel ist eine schmale und lang gestreckte Halbinsel im östlichen Hafengebiet Amsterdams. Die Architektur dieser Gebäude ist sehr abwechslungsreich. „Das ist darauf zurückzuführen, dass man alle 27 Meter einen anderen Architekten hat arbeiten lassen“, erläuterte Anneke Bokern, freie Architekturjournalistin, die die Lingener Gruppe am zweiten Tag ihrer Fachexkursion begleitete. Diese sogenannten „neuen Grachtenhäuser“ seien von 19 jungen und vielversprechenden Architekten entworfen worden. Sie bekamen den Auftrag, eine eigene Form für die Grachtenhäuser zu entwickeln. „Das einzig Gemeinsame aller Entwürfe ist, dass jedes Haus 4,50 Meter breit und vier bis fünf Stockwerke hoch ist“, erklärte Frau Bokern. Ein breites Grinsen legte sich auf viele Gesichter der Exkursionsteilnehmer, als einer aus der Runde laut fragte, ob eine solche Bebauung nicht auch an der Gelgöskenstiege realisiert werden könne.
Ein ganz anderes Bild bot sich dem PBA auf Almere, 25 Kilometer östlich von Amsterdam. Die Insel, die erst in den 70ern dem Meer abgerungen wurde, gliedert sich in mehrere Stadtteile. Die größte Bautätigkeit weist zurzeit jedoch der Stadtteil Almere-Buiten auf. Hier entsteht – Straße für Straße und Quartier für Quartier – hochwertiger Wohnraum für eine gehobene Klientel, der es in Amsterdam zu eng geworden ist.
Weiteren Angaben zufolge wird aber hier auch gebaut, um diejenigen Mitarbeiter großer Firmen zufriedenzustellen, die sich auf Almere niedergelassen haben. Frau Bokern: „Eine Stadt, die eine Konzernzentrale zur Ansiedlung bewegen will, darf nicht nur im Sozialwohnungsbau tätig sein.“
Als Fazit dieser Fachexkursion wertete Stadtbaurat Georg Lisiecki die Fahrt als „sehr lehrreich“ für alle. Das Bewusstsein für das, was alles möglich sei, wenn man es wolle, sei gewachsen. Jetzt sei es Sache von Politik und Verwaltung den Ems-Auen-Park in Reuschberge und das Gebiet rings um den Alten Hafen so zu planen, dass es möglichst vielen zukünftigen Bauherren gerecht werde.
„Die Fahrt hat uns gezeigt, dass sich auch in Reihenhäusern und auf kleinen Grundstücken trefflich wohnen und leben lässt“, erklärte Hajo Wiedorn, stellvertretender Vorsitzender des PBA.
Dem konnte sich auch Bernd Teschke (CDU) anschließen. Außerdem fand der Christdemokrat die enge Verzahnung von Wasser und Land „sehr bemerkenswert“.
Als „ausgesprochen lehrreich und ergiebig“ wertete Freidemokrat Jens Beeck die Fachexkursion. Hier habe man unter anderem demonstriert bekommen, dass man wirklich am Wasser und nicht nur in seiner Nähe wohnen könne.
„Farbenprächtig und pfiffig“ fand Birgit Kemmer, Grüne, insbesondere die Wohnbebauung auf Almere. So könne man auch in den Lingener Ortsteilen, wo viele Flächen verschwendet würden, bauen.
Ein besonderes Lob erfuhr der Fachbereich für die Planung und Durchführung der Fachexkursion von den Mitgliedern des Ausschusses. Neben den vielen Fachvorträgen im Bus durch die städtischen Angestellten zollte man insbesondere Christel Scharf und Marc Pavlitzek Anerkennung für ihr großes Engagement.
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