FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 14.06.2008:

Baugebiet: Ratsmitglieder prüfen Klage

Lingener Tagespost am 14.06.2008

Sitzung des Lingener Rates
pe Lingen. Der Umgang mit den archäologischen Funden auf einer für Wohnbau vorgesehenen Fläche im Lingener Ortsteil Baccum bleibt umstritten. SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und der fraktionslose Ratsherr Robert Koop haben in einer Pressemitteilung angekündigt, eine Klage vor dem Verwaltungsgericht zu prüfen.
Wie berichtet, hatten sich der Eigentümer der Fläche und die Stadt Lingen auf ein Verfahren geeinigt, wie auf dem Areal vorzugehen ist. Danach ist vorgesehen, einen Vertrag zwischen der Stadt Lingen und dem Landesamt für Denkmalpflege abzuschließen. Dieses wird die archäologischen Grabungsarbeiten durchführen, die bis zum Jahresende dauern sollen. Dann soll mit der Erschließung und Grundstücksvergabe begonnen werden. Einen solchen Beschluss hatte der Verwaltungsausschuss in seiner letzten Sitzung mehrheitlich gefasst.
In einer gemeinsamen Erklärung, die von den Fraktionsvorsitzenden der SPD, FDP und Bündnis 90/Die Grünen sowie von Robert Koop unterzeichnet wurde, zeigt sich die Ratsopposition „bestürzt und verärgert über die von der CDU herbeigeführte Beschlussfassung zum weiteren Verfahren im Baugebiet Löpkers Kamp II“. Es fehle nicht nur jeder Respekt gegenüber dem für Lingen und die Region einzigartigen Bodendenkmal. Zudem würden die Rahmenbedingungen für dessen Zerstörung in einer städtebaulichen Vereinbarung mit dem privaten Investor jeden bis dahin dagewesenen Rahmen sprengen.
Abschließend heißt es in der Erklärung: „Besonders irritiert zeigt sich die Ratsopposition darüber, dass alle Angebote, gemeinschaftlich andere Wohnbebauung zu ermöglichen, strikt abgelehnt wurden und Oberbürgermeister und CDU-Ratsfraktion nicht einmal bereit waren, Gespräche darüber aufzunehmen.“
In der Sitzung des Stadtrates am Donnerstag kam das Thema „Löpkers Kamp“ kurz zur Sprache. FDP-Ratsherr Jens Beeck bat die Verwaltung darum, „die Angelegenheit für eine Woche ruhen zu lassen und keinen Vertrag zu unterzeichnen“. Der Stadt sei die Erhaltung eines archäologisches Denkmals weniger wichtig als die Rücksichtnahme auf Bauinteressenten, kritisierte Birgit Kemmer, Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen. Die Verwaltung solle vertraglich keine Fakten schaffen, die nicht mehr zu korrigieren seien, mahnte auch Hajo Wiedorn für die SPD.
Dagegen unterstrich CDU-Fraktionsvorsitzender Werner Schlarmann, dass ein mehrheitlicher Beschluss zu dem Baugebiet gefasst worden sei. „Dieser darf zeitlich nicht ins Ultimo verzögert werden.“
Die Verwaltung habe einen klaren Auftrag bekommen, wies Oberbürgermeister Heiner Pott auf gefasste Beschlüsse hin. „Es ist eine Bitte geäußert worden. Darüber wird die Verwaltung nachdenken. Mehr werde ich heute dazu nicht sagen“, sagte der Verwaltungschef.
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