FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 08.06.2008:

FDP fordert Geld für Grundschulen und Abschaffung der Schulbezirke

Grundschulen bisher Stiefkind zwischen Kindertagesstätten und Sek. I

Insgesamt 280.000 Euro wollen die Lingener Liberalen im Grundschuljahr 2008/2009 aus dem städtischen Haushalt für die staatlichen Grundschulen in Lingen zur Verfügung stellen. Mit diesen zusätzlichen Mitteln sollen die Grundschulen in eigener Verantwortung die Möglichkeit bekommen stärker als bisher spezielle Angebote für ihre Schülerinnen und Schüler vorzuhalten. Dabei soll es den Schulen selbst überlassen bleiben, ob und wofür diese Mittel genutzt werden. Denkbar sind hier verbesserte oder zusätzliche Angebote auf dem Weg zu einer Ganztagsschule ebenso, wie die Finanzierung frühen fremdsprachlichen Unterrichts, der Umwelterziehung oder der Förderung musischer, künstlerischer und sportlicher Talente.

Nach Auffassung der Liberalen müssen die Grundschulen in die finanzielle Lage versetzt werden, die hochwertigen Angebote zusätzlicher Förderung von Kindern, die in Lingener Kindertagesstätten bereits eingeführt und auch im Sekundarbereich I selbstverständlich ist, fortzusetzen. Dazu sind im Zweifel Mittel erforderlich, die mit diesem Antrag bereit gestellt werden sollen. „Es ist im Grunde nicht einzusehen, dass Lingener Kindertagesstätten schon heute zweisprachige Früherziehung von Kindern anbieten, die jedoch im Grundschulalter nicht fortgesetzt werden kann, oder nur dann, wenn sich die Eltern dies aus eigener finanzieller Stärke heraus leisten können,“ so die Vertreterin der Liberalen im Schulausschuss Anna Matern-Bandt.

Die Liberalen hoffen auf eine vielfältige Angebotspalette in den Grundschulen, die sich an den besonderen Stärken oder auch Schwächen der einzelnen Schüler ausrichtet. Mit Wirkung des folgenden Schuljahres 2009/2010 wollen die Liberalen dann die Schulbezirke abschaffen, so dass Eltern die Grundschule mit dem Angebot wählen können, das am Besten zum Schüler passt. Die Pflicht eine Schule nach dem Wohnort „auszusuchen“ würde somit entfallen.

„Damit würde dem verständlichen Wunsch der Stadtverwaltung „Schülerströme“ verlässlich steuern zu können künftig kein Vorrang mehr eingeräumt, vor den Interessen der Schüler an optimaler Bildung und sozialer Einbindung“, so der Vorsitzende der FDP Stadtratsfraktion Jens Beeck, „und das ist aus Sicht der Liberalen eine grundsätzlich richtige Weichenstellung.“

Auch aus Sicht der zunehmend eigenverantwortlichen Schulen wirkt die Aufhebung von Schulbezirken förderlich. „Es wird schwer sein auch für engagierte Lehrer sich besondere Mühe zu geben um ein eigenes Profil, spezielle Angebote für ihre Schüler und eine insgesamt hohe Qualität ihrer Einrichtung zu entwickeln“, so Beeck weiter, „wenn das alles für die Schulortentscheidung keine Rolle spielen kann.“

Aus Sicht der Liberalen muss daher Planungssicherheit der Verwaltung hinter Bildungsqualität und Wahlfreiheit für Schüler und deren Eltern zurück stehen.

Dies gelte im Übrigen nicht nur für die Grundschulen, sondern auch für die weiterführenden Schulen. Die FDP Stadtratsfraktion begrüßt daher ausdrücklich die Vorstöße der FDP-Kreistagsfraktion zur Abschaffung oder Nicht-Einführung von Schulbezirken, wie etwa derzeit für die kreiseigenen Gymnasien diskutiert.
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