FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 27.05.2008:

Fallen 85 Prozent aller Wirkstoffe weg?

EZ,MT,LT - Landkreis Emsland
hjh Papenburg.
Zu einem so- genannten „Branchengespräch EU-Pflanzenschutzpolitik“ haben sich gestern auf Einladung des Bundesausschusses Obst und Gemüse (BOG) und des Industrieverbandes Agrar Politiker und Fachleute in dem Gartenbaubetrieb von Gerhard Schulz in Papenburg getroffen. Wichtigstes Thema war die von der Europäischen Union geplante Neuordnung der Pflanzenschutzmittel-Zulassung.
Die größte Sorge, die Gerhard Schulz, Vorsitzender des BOG, und den Hauptgeschäftsführer des Industrieverbandes Agrar, Volker Koch-Achelpöhler, umtreibt, ist, dass künftig die Stoffeigenschaften für eine Zulassung im Mittelpunkt der Betrachtung stehen sollen und nicht wie bisher das Anwendungsrisiko in der Praxis. Sollte dieses so Realität werden, befürchten die Gartenbauer den Wegfall weiterer Wirkstoffe zur Bekämpfung von Unkräutern, Insekten und Pilzen und damit einhergehende Ertragsverluste.
„Die Gemüseerzeuger in Deutschland brauchen eine ausreichende Zahl von Pflanzenschutzmitteln und die gleichen Behandlungsmöglichkeiten wie ihre Berufskollegen in anderen EU-Ländern“, nannte Schulz seinen Gästen, darunter der CDU-Europaabgeordnete Professor Dr. Hans-Peter Mayer aus Vechta und der FDP-Bundestagsabgeordnete Hans-Michael Goldmann, die wesentlichen Voraussetzungen, um konkurrenzfähig bleiben zu können.
Schulz verwies während eines Rundgangs durch seinen Betrieb darauf, dass das Eigeninteresse groß sei, möglichst wenig Pflanzenschutzmittel anzuwenden, um die Kosten zu senken. Zudem werde mit dem Einsatz von sogenannten Nützlingen (nützliche Insekten) versucht, den Aufwand chemischer Mittel zu reduzieren.
Aus einer Zusammenstellung des Industrieverbandes Agrar geht hervor, dass die Vorschläge zur Novellierung des Pflanzenschutzmittelrechts zwischen EU-Kommission und EU-Parlament auseinandergehen. Der Industrieverband kommt zu dem Schluss, dass der Kommissionsvorschlag den Verlust von 15 Prozent aller bewerteten Wirkstoffe bedeuten könnte. Der Vorschlag des Parlaments indes würde für 85 Prozent aller Wirkstoffe das Aus bedeuten.
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