FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 05.05.2008:

FDP Kreistagsfraktion lehnt Schul(einzugs)bezirke ab

NOZ-LK Emsland
Bildungsqualität vor Planungssicherheit für Verwaltung

Hintergrund der Diskussion ist die von der Kreisverwaltung vorgeschlagene Einrichtung von Schulbezirken für die kreiseigenen Gymnasien in Haren, Haselünne, Meppen, Papenburg und Sögel. Der Zuschnitt soll den Schuleinzugsbereichen aus der bestehenden Schulentwicklungsplanung folgen. Der Beschluss über die Einrichtung von Schulbezirken mache diese unverbindlichen Bereiche zu rechtserheblichen Vorgaben für Schüler und Eltern, so dass diesen Wahlfreiheit verloren gehe. Sie müssten zukünftig die Schule besuchen, in deren Bezirk sie wohnten.

Eine Orientierung an der persönlichen Lebenssituation, etwa der Nähe zum Arbeitsplatz eines Elternteils oder der Nähe zu Verwandten, könne dann ebenso wenig ausschlaggebend für den Besuch einer bestimmten Schule sein, wie etwa die Übereinstimmung von besonderen Schwerpunkten oder Ergänzungsangeboten der Schule mit Stärken oder Vorlieben des Schülers. Maßgebend bleibt allein der Wohnort.

„Damit würde dem verständlichen Wunsch der Kreisverwaltung „Schülerströme“ verlässlich steuern zu können Vorrang eingeräumt, vor den Interessen der Schüler an optimaler Bildung und sozialer Einbindung“, so der Vorsitzende der FDP Kreistagsfraktion Jens Beeck, „und das ist aus Sicht der Liberalen eine grundsätzlich falsche Weichenstellung.“

Auch aus Sicht der zunehmend eigenverantwortlichen Schulen wirkt die Einrichtung von Schulbezirken hinderlich. „Es wird schwer sein auch engagierten Lehrern deutlich zu machen, weshalb sie sich besondere Mühe geben sollen ein eigenes Profil, spezielle Angebote für ihre Schüler und eine insgesamt hohe Qualität ihrer Einrichtung zu erarbeiten“, so Schulausschussmitglied Michael Goldmann, MdB, „wenn das alles für die Entscheidung der Schüler keine Rolle spielen kann.“

Aus Sicht der Liberalen muss daher Planungssicherheit der Verwaltung hinter Bildungsqualität und Wahlfreiheit für die Schüler zurück stehen.

Dies gelte im Übrigen nicht nur für die Gymnasien, sondern beginne bereits bei den Grundschulen. Entsprechende Anträge, die auf den Verzicht von Schulbezirken gerichtet sind, kündigten die Liberalen daher auch auf der Ebene der im Grundschulbereich zuständigen Stadt- und Gemeinderäte an.
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