FDP Emsland-Süd

Pressemitteilungen vom 28.09.2007:

„Wir Torfstecher aus dem Emsland sind weit gekommen, und wer uns unterschätzt, tut dies auf eigenes Risiko!“

Grußwort des Vorsitzenden der FDP Kreistagsfraktion Jens Beeck anlässlich der Festveranstaltung 30 Jahre Emsland im Saal Kamp in Meppen

Sehr geehrter Herr Landrat Bröring,
sehr geehrter Herr Vorsitzender Egbers,
sehr geehrter Herr Ehrenlandrat Meiners,
liebe Frau Brümmer,
hochansehnliche Festgemeinde,

30 Jahre Landkreis Emsland. Das sind 30 Jahre, in denen die ehemaligen Landkreise Aschendorf-Hümmling, Meppen und Lingen Zeit hatten, sich aneinander zu gewöhnen. Und wie so oft im Emsland fordert dies, historisch bedingt, eine besondere Anstrengung von uns im Süden des Landkreises. Denn wir alle im Emsland waren seit 1810 gemeinsam Teil des französischen Kaiserreiches, 1814 Teil des Königreichs Hannover und sind mit diesem 1866 an Preußen gefallen. Das sind jedoch nur gut 1einhalb Jahrhunderte der gemeinsamen Zugehörigkeit zu einem politischen Verbund.
Die Jahrhunderte zuvor sind nur die Aschendorfer und die Meppener einen Teil des Weges gemeinsam gegangen, zeitweise im Herzogtum Arenberg und vor 1810 als Teil des Niederstifts Münster.
Wir im Süden gehörten dagegen von Beginn des 18. Jahrhunderts bis zum Wiener Kongreß 1815 bereits zu Preußen, in den Jahren vom Ende des 15. Jahrhunderts bis zum Beginn des 18. Jahrhunderts führten wir dagegen ein untypisches Eigenleben als starkes selbständiges Territorium, das oft nicht einmal dem Reichsverbund angehört hat.

Kurzum: Sofern heute noch gelegentlich der Eindruck entstehen mag, wir „Lingener“ seien im Umgang etwas schwierig, so ist das weniger auf den besonderen Anspruch im Süden oder eine allgemein verminderte Umgänglichkeit zurück zu führen, als vielmehr auf die Wurzeln unseres historischen Erbes.

So kann man fragen, was der Zusammenschluss des Landkreises in dieser Größenordnung bezweckt.

Mit Marcello Mastroianni gesprochen: „Ein Flirt ohne Absicht ist so sinnvoll wie ein Fahrplan ohne Eisenbahn.“

Die Ausgleichsfunktion mit der besonderen Sorge um die Gestaltung des Wirtschafts- und Soziallebens hätte – so möchte man meinen - auch einem anderen Zuschnitt übertragen werden können, einschließlich der drei bis 1977 bestehenden Kreise.

Der Blick zurück, und mehr noch der Blick nach vorne, lassen aber heute den Schluss zu, die Entscheidung zur Schaffung unseres Landkreises kann nicht falsch gewesen sein. Und das sage ich ausdrücklich auch als der – neben dem insoweit zur Neutralität verpflichteten Landrat – einzige Lingener, der heute sprechen darf.

Die exzellente Wirtschaftskraft, getragen von einer Vielzahl dynamischer Motoren, angefangen im Süden bei der Raffinerie in Salzbergen bis zur Meyer-Werft im Norden, die den hohen Stand an sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und eine geringe Arbeitslosenquote bedingt, wird nicht zuletzt durch die Kraft eines großen Landkreises gestützt, der in der Lage ist wesentliche Infrastrukturprojekte in den Bereichen Straße, Schiene und Wasserweg zu befördern und zu beschleunigen.

Und umgekehrt ermöglicht der wirtschaftliche Erfolg im Emsland eine Vielfalt und eine Qualität kultureller, sozialer und sportlicher Angebote, die ebenso wie die Bildungslandschaft im Emsland ihresgleichen im ländlichen Raum sucht.

Meine sehr verehrten Damen und Herren.

„Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt, zusammenarbeiten ist ein Erfolg“, lautete die Devise von Henry Ford. In diesem Sinne sind wir seit 1977 zunehmend auf der Erfolgsspur, und vieles spricht dafür, dass wir unseren Weg gemeinsam erfolgreich weiter gehen werden.

Orientieren wir uns gemeinsam an tyto alba, der Schleiereule, dem Vogel des Jahres 1977, in dem wir zusammen kamen. Besiedeln wir die offene Agrarlandschaft mit ländlicher Siedlungsstruktur, bleiben wir ortstreu und verharren wir auch in langen Wintern in unserem angestammten Revier. Und verteidigen wir - wie die Schleiereule - unser Revier in erster Linie durch Feindvermeidung; aber wenn es denn nicht anders geht auch durch den Einsatz unserer Krallen.

Und so spreche ich für alle Anwesenden wenn ich denen die es angeht sage: „Wir Torfstecher aus dem Emsland sind weit gekommen, und wer uns unterschätzt, tut dies auf eigenes Risiko!“

Ein Festredner darf alles tun, nur nicht sich fest reden.

Erlauben Sie mir daher eine letzte – persönliche – Bemerkung und einen Dank. Dank an die Kolleginnen und Kollegen im Kreistag, insbesondere an den Landrat und die anderen Fraktionsvorsitzenden, für die freundliche Aufnahme und Unterstützung, die sie mir nach der letzten Kommunalwahl haben zu Teil werden lassen. Der persönlich freundliche und im Sinne der Sache pragmatische Ansatz von Gemeinsamkeit im Emsland zeichnet uns aus, erleichtert und ermöglicht vieles, das anderswo an interner Uneinigkeit scheitern würde.

In diesem Sinne freue ich mich auf die nächsten 30 Jahre der Zusammenarbeit zum Wohle unserer Bürger. Im Kreistag im zumeist freundlichen Zusammenwirken der Fraktionen, mit dem Landrat und unserer Verwaltung.

Wir tun was wir können, und vor allem: Wir können was wir tun.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
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Jens Beeck - Unser Abgeordneter in Berlin


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